Berliner testament beispiel Muster

So kann etwa einem Miterben das Wohnhaus und einem anderen Miterben das Geldvermögen per Teilungsanordnung zugewandt werden. Diese Vorgaben der verstorbenen Eltern müssen die Miterben dann bei der Nachlassteilung berücksichtigen und entsprechend umsetzen. Die testamentarische Teilungsanordnung wirkt sich aber nicht so aus, dass der einzelne Miterbe automatisch Eigentümer des ihm zugedachten Nachlassgegentandes wird. Vielmehr müssen die Miterben untereinander einen sogenannten Auseinandersetzungsvertrag schließen, mit dem der letzte Wunsch der Eltern umgesetzt wird. Diese Vereinbarungen bedürfen bei Nachlassimmobilien der notariellen Beurkundung und können teilweise rechtlich sehr komplex sein. Gerade bei umfangreichen Nachlässen mit zahlreichen Teilungsanordnungen sind juristische Laien auf die Unterstützung eines Fachanwalts für Erbrecht zwingend angewiesen. Diese Anfechtungsmöglichkeiten gefährden den Bestand des Ehegattentestamentes und tragen erhebliches Streitpotential in sich. Bernhard F. Klinger, Fachanwalt für Erbrecht in München, weist darauf hin, dass spätere Ergänzungen des Ehegattentestamentes, die jederzeit möglich sind, wiederum von beiden Eheleuten mit Ort, Datum, Vor- und Familienname unterzeichnet werden müssen. Diese Ergänzung kann entweder am Ende des Originals des früheren Ehegattentestamentes oder auf einem gesonderten Schriftstück erfolgen. Im Normalfall wird ein Berliner Testament durch eine Scheidung der Eheleute unwirksam.

Daher müssen Sie nach der Scheidung über ein neues Testament nachdenken, Stichwort „Geschiedenentestament„. Auch ohne eine solche Anfechtung ist der Witwer nicht gehindert, zu seinen Lebzeiten das ererbte Vermögen seinem neuen Ehegatten zuzuwenden und hierdurch die Kinder, die er gemeinsam mit seiner verstorbenen Ehefrau in dem Berliner Testament als Nach- oder Schlusserben bedacht hatte, trotz “testamentskonformen” Verhaltens letztlich doch auf den Pflichtteil zu beschränken. Im Hinblick auf diese Unwägbarkeiten, die mit einer möglichen Wiederverheiratung des überlebenden Ehegatten verbunden sind, empfiehlt es sich, das Berliner Testament mit einer so genannten Wiederverheiratungsklausel zu versehen, in welcher die Folgen einer Wiederverheiratung geregelt werden. Eine Scheidung beendet das gesetzliche Erbrecht des anderen Ehegatten. Gleiches gilt für dessen Erbrecht aus einem alleinigen Testament des ehemaligen Ehegatten oder aus einem gemeinsamen Testament. Das gesetzliche oder testamentarische Erbrecht des anderen Ehegatten erlischt sogar bereits dann, wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte. Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Wer sich scheiden lässt und sich Klarheit über seine bisher verfassten letztwilligen Verfügungen verschaffen will, ist gut beraten, nach Abschluss des Scheidungsverfahrens durch einen Fachanwalt für Erbrecht überprüfen zu lassen, ob dem früheren Ehegatten ein testamentarisches Erbrecht zusteht. Das „Berliner Testament“ ist eine besondere Form des Ehegattentestamentes und bedeutet, dass sich die Eheleute zunächst gegenseitig und anschließend die Kinder als Erben einsetzen (§ 2269 BGB). Die Wirkungen dieses Testamentes sind sehr unterschiedlich: Um dem Überlebenden ein neues abweichendes Testament zu erlauben, muss das im gemeinschaftlichen Ehegattentestament ausdrücklich bestimmt werden. Ein Nachteil der Alleinerbeneinsetzung des anderen Ehegatten ist, dass die Abkömmlinge im ersten Erbfall enterbt sind und deshalb einen Pflichtteilsanspruch oder Pflichtteilsergänzungsanspruch gegen den überlebenden Ehegatten geltend machen können.

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