Änderung arbeitsvertrag von teilzeit auf minijob

Neben der Zunahme der Niedriglöhne ist diese weiter verbreitete Verwendung von atypischen Verträgen ein wesentliches Merkmal der Arbeitsmarktdualität in Deutschland. Der Anstieg der “atypischen” Arbeitsplätze ist zum Teil auf den sektoralen Wandel zugunsten der Arbeitsplätze im privaten Dienstleistungssektor zurückzuführen, wurde aber auch durch eine gewisse Deregulierung der Rechtsvorschriften für diese Arbeitsplätze erleichtert. Besonders auffällig ist der massive Anstieg der Sozialversicherung und der Regelungen zur Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus hat sich die marginale Teilzeitarbeit mit Bruttoverdienst auf bis zu 450 EUR pro Monat erweitert. Letzteres ist auf ein sich aufzeichnendes Beschäftigungsmuster bei einigen privaten Dienstleistungen als Reaktion auf die Verfügbarkeit und Ausweitung der Minijob-Vereinbarung zurückzuführen. Befristete Arbeitsverträge sind in den letzten Jahren auf mittlerem Niveau geblieben, mit Raten von etwa 7–8 % der Gesamtbeschäftigung (ohne etwa den gleichen Anteil befristeter Lehrverträge). Die zunehmende Dynamik steht hinter der Entwicklung der Leiharbeit, obwohl sie mit etwa 2,5 % der Gesamtbeschäftigung immer noch ein recht kleiner Teil des Arbeitsmarktes ist. Die Ausweitung der Leiharbeit ist hauptsächlich auf umfangreiche Reformen und damit verbundene Umstrukturierungen von Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe seit Mitte der 2000er Jahre zurückzuführen. Ganz besonders wichtig ist schließlich die Zunahme der Zahl der Selbständigen ohne Arbeitnehmer.

Über beschreibende Beweise hinaus hat eine vielzahl neuerer Forschungsergebnisse sowohl Lohnunterschiede als auch Übergangswahrscheinlichkeiten zwischen atypischen und standardbeschäftigten Arten analysiert. Was die Lohnunterschiede von Festberufigen betrifft, so zeigt eine aktuelle Studie, dass bei der Kontrolle der persönlichen Merkmale und der beruflichen und unternehmensspezifischen Auswirkungen ein Lohngefälle von etwa 10 % auf die Art des Vertrags zurückzuführen ist (Pfeifer 2012). Bei den Leiharbeitnehmern, die die Kontrolle nach individuellen Merkmalen, besteht ein erhebliches Rohlohngefälle, das sich aus Tarifverträgen von Leih- und Anwenderfirmen, Aufgaben, Qualifikationen und Erfahrungen in Höhe von etwa 40–50 % ergibt (Baumgarten et al. 2012). Unter Kontrolle der sozioökonomischen Merkmale der Arbeitnehmer und der Beschäftigungsmerkmale wurde das korrigierte Lohngefälle in der Vergangenheit auf rund 32 % geschätzt (Jahn 2010); Unter Berücksichtigung von Betriebszugehörigkeit und Berufserfahrung wurde sie jedoch für Vollzeitarbeitskräfte auf etwa 15 bis 22 % geschätzt (Lehmer und Ziegler 2011).

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